Jazzclub Schwalbach
in der Kulturkreis Schwalbach am Taunus GmbH

Simon Holliday and his Rythm „A Tribute to Thomas 'Fats' Waller"

- ein tolles Konzert am 02. 10. 2017


Swing-Abend für höchste Ansprüche - Jazz am Montag, 04.09.2017

Was 'Engelbert Wrobel's Swing Quartett' in der Konzertreihe 'Jazz am Montag' auf die Bühne brachte, verzauberte und begeisterte die Jazzgemeinde in der vollbesetzten Spielstätte des Bürgerhauses. Der Jazzabend war den Swinglegenden "Peggy Lee" und "Benny Goodman" gewidmet. Engelbert Wrobel und sein Begleitpersonal spielten Jazzklassiker in eigener Interpretation äußerst gefühlvoll und gleichzeitig mitreißend, wie es nur derart hochkarätige Interpreten vermögen.
Die Australierin Nicki Parrot setzte mit ihrer einschmeichelnden und ausdrucksstarken Stimme die Akzente, die vom filigranen Klavierspiel Thilo Wagners und dem Klarinetten und Saxofoneinsatz Engelbert Wrobels perfekt getragen wurden. Das Schlagzeugspiel Bernard Flegars ergänzte die Darbietungen gekonnt, den Bass bediente die Vokalistin dazu selbst.
Der Beginn des Konzerts stand zunächst wegen zeitweisen Ausfalls des elektronischen Ticketdruckers unter keinem 'guten Stern', zumal auch die Raumkapazität an ihre Grenzen stieß. Doch am Ende verließ ein begeistertes Publikum das Bürgerhaus und konnte -im wahrsten Sinne des Wortes- "beschwingt" den Heimweg antreten.


Rückblick auf das Konzert von Barbara Dennerlein "MODERN MEETS MISSISSIPPI":

Blues-Konzert in Schwalbach

"Are you having a Luscht?" fragte Ignaz Netzer vom Oldtime Blues And Boogie Duo das Publikum. Das Duo aus Reutlingen und "Freiburg Süd", wie die Zuhörer im Lauf des Abends erfuhren, eröffnete am 24. April das Konzert im Bürgerhaus Schwalbach. Thomas Scheytt legte am großen Konzertflügel Basslinien und Melodien auf die Tasten, Netzer begleitete seinen eigenen Gesang mit der Gitarre und schob dabei reichlich Blues-Licks dazwischen. Mit seiner rauen,    gefühlvollen Stimme zauberte er die Atmosphäre einer Südstaaten-Bar in den dezent beleuchteten und gefüllten großen Bürgersaal. Die Stücke waren teils selbst komponiert, etwa das Liebeslied für die "Lebensabschnittsgefährtin" Marlene, bei der es sich aber um eine zunehmend gefräßiger werdende Katze handelte, oder ein ernsterer Blues für einen ungenannten Freund, dessen bester Kumpel die Rotweinflasche war.
Nach etwa einer halben Stunde machte das Duo die Bühne frei für Barbara Dennerlein, die Netzer scherzhaft als "sehr sympathische Kollegin, obwohl sie aus Bayern kommt". Die Organistin bestritt den zweiten Konzertteil alleine an ihrer Hammond B3. Ihr erstes Stück, "Gray May Blues", verband sie mit der Hoffnung, dass der kommende Mai so sonnig werde wie der Konzerttag, der mit blauem Himmel glänzte. Frühsommerlich wurde es dann mit "Four Yellow Butterflies"; einmal hatten Zitronenfalter die Münchnerin auf der Terrasse umflattert und zu diesem heiteren Stück inspiriert. Aber Dennerlein hat nicht nur den Blues in unterschiedlichen Tempi "drauf" sondern auch den Boogie-Woogie. Die typischen Bassläufe vollführt sie mit dem linken Fuß auf dem Basspedal. Damit hatte sie nicht nur sich sondern auch das Publikum endgültig warmgespielt.
Nach der Pause traten die drei Musiker gemeinsam auf. Barbara Dennerlein hatte wegen widriger Verkehrsverhältnisse unerwartet lang für die Anreise gebraucht. Da passte ihr "Long Way Blues" perfekt in das Programm. Als Instrumentalistin schreibt sie ja keine Texte, aber das inspirierte Ignaz Netzer dazu, Gesangsverse zu improvisieren. Alternativ dazu spielte er gefühlvoll auf der Mundharmonika, die in Süddeutschland "Goschehobel" heißt. Das Publikum applaudierte begeistert den Musikern, die schon länger nicht mehr gemeinsam gespielt hatten und spürbar ihr Zusammenspiel improvisierten, sich ihre Solo-Einsätze zunickten, oder sich gemeinsam an einen Schlussakkord herantasteten. Es war, als hätten sich in besagter Südstaaten-Bar drei Musiker zufällig zum Jammen zusammen gefunden. Das machte nicht nur den Zuhörern Spaß sondern auch den Musikern selbst. Die Improvisationslust steigerte die Virtuosität in immer größere Höhen, und das Publikum gab gerne Zwischenapplaus während der Stücke. Gefühlt viel zu früh (die Uhr sagte aber etwas anderes) ging das Konzert zu Ende. Nicht ohne Zugabe, versteht sich, (Netzer: "Damit hätten wir gar nicht gerechnet" - um sich gleich selbst zu widersprechen), denn selbstverständlich war es einkalkuliert, zum Abschluss etwas ganz anderes als Blues zu spielen - nämlich Gospel. Da gebe es zwei Unterschiede, erklärte er. Blues ist in der Kneipe zu Hause, Gospel in der Kirche. Der zweite Unterschied: Bei Blues singt immer nur einer...
Das Publikum verstand die Aufforderung und summte den Titel "Will the circle be unbroken" mit. Ein perfekter Abschluss des mit brillant vorgetragener Musik angefüllten, langen Blues-Abends.